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Die Konferenz der Tiere
Medienart: DVD-Video didaktisch
Produktionsjahr: 2011
Laufzeit: 88 min
Eines Tages haben die Tiere der Welt genug von den nie endenden Kriegen der Menschen.
Weil sie die Kinder der Menschen gern haben, wollen sie ihnen zuliebe etwas unternehmen. Und so berufen sie eine Konferenz aller Tiere ein. Sie beschließen, die Kinder zu entführen, um so die Erwachsenen zu Glück und Frieden zu zwingen.
Erich Kästners "Konferenz der Tiere" - eine ideale Klassenlektüre ab der dritten Jahrgangsstufe
Klaus Vogel
1947, nach dem verheerenden Zweiten Weltkrieg, als Reaktion auf die immer wieder gescheiterten Konferenzen der Mächtigen dieser Welt im heraufziehenden Kalten Krieg, schrieb Erich Kästner "Die Konferenz der Tiere". Es ist eine märchenhafte Tierparabel, die aber auch als bittere Satire verstanden werden kann - nicht nur für Kinder, sondern auch "für Kenner", wie der Autor vermerkte.
Die Parabel geht auf eine Anregung der Gründerin der Internationalen Kinder- und Jugendbibliothek Jella Lepman zurück. Kästner und Lepan konnten als Illustrator Walter Trier gewinnen, der über 100 zum Teil farbige Bilder schuf und dann frustriert war, dass der Verleger wegen der hohen Herstellungskosten den Druck mehrmals hinauszögerte.
Erst 1949 erschien das Buch bei Emil Oprecht in Zürich. "Trier hatte sich viel vom Welterfolg des pazifistischen Kinderbuchs versprochen und fürchtete, seine Wirkung könne verpuffen: "Was ist Ihre Meinung - ist der Boden für unser Buch noch so gut vorbereitet wie er etwa vor zwei Jahren war - als wir alle (??) noch so empört waren, dass man schon wieder wagt vom nächsten Krieg zu sprechen, oder ist man schon wieder so abgehärtet - resigniert - dass wir wieder als die in den Wolken schwebenden unverbesserlichen Pacifisten angesehen werden ...??" (1)
Sucht man eine Antwort, so lässt sich aus heutiger Sicht sagen, dass das Buch (leider) nichts von seiner aktuellen Brisanz verloren hat.
Die Handlung ist schnell erzählt: Da es den Menschen nicht gelingt, vernünftig zu werden und sie Kriege immer wieder als Mittel der Politik ansehen, beschließen die Tiere, die Menschen "um ihrer Kinder willen" zur Vernuft zu bringen. "Mir tun bloß die Kinder Leid, die sie haben", meinte der Elefant Oskar und ließ die Ohren hängen. "So nette Kinder! Und immer müssen sie Kriege und die Revolutionen und Streiks mitmachen, und dann sagen die Großen noch: Sie hätten alles nur getan, damit es den Kindern später besser ginge. So eine Frechheit, was?" (2)
Da die Friedenskonferenzen der Menschen ständig scheitern, beschließen die Tiere im "Hochhaus der Tiere" ihre erste und letzte Konferenz abzuhalten. Parallel zur Konferenz der Tiere tagen in Kapstadt, Südafrika, die Staatsoberhäupter, Ministerpräsidenten und ihre Ratgeber zu ihrer 87. Konferenz. Als ihnen die Forderungen der Tiere "um der Menschen Kinder Willen" überbracht werden, sind sie sich erstmals einig: Die Tiere sollen sich nicht einmischen! Da der Appell der Tiere also nichts bewirkt, vernichtet eine Mäuse- und Rattenplage sämtliche Akten der Kapstadter Konferenzteilnehmer. Diese sind davon jedoch wenig beeindruckt. In kürzester Zeit werden Kopien besorgt, so dass die Tiere sich etwas neues einfallen lassen müssen. Der zweite Anschlag gilt den Uniformen, auf die sich in der ganzen Welt die Motten stürzen. Einsicht bewirkt auch diese Aktion nicht. "Der Tag, der dieser Nacht folgte - der vierte Tag der siebenundachtzigsten Konferenz der Staatsmänner und zugleich der ersten und letzten Konferenz der Tiere -, dieser Tag wird für immer in den Geschichtsbüchern als "der größte Schreckenstag der Menschheit" verzeichnet bleiben und von niemandem, der ihn miterlebt hat, jemals vergessen werden. Was war geschehen? Man wagt es kaum zu sagen: Die Kinder waren verschwunden! Sämtliche Kinder sämtlicher Menschen waren fort! ... Die Eltern und Lehrer und alle Erwachsenen waren allein auf der Erde. Ganz kinderseelenallein."(3)
So zwingen die Tiere die Menschen zur Unterzeichnung eines "ewigen Friedesvertrages", der in gewisser Weise Kästners Utopie für eine friedliche Welt beinhaltet (und der auch als Balsam für manche geschundene Pädagogenseele gelesen werden kann).



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